"Meine Jüdischen Eltern, Meien Polnischen Eltern" 09.06.2018

„Meine jüdischen Eltern, meine polnischen Eltern“

Die Vortragsveranstaltung begleitet und erläutert die derzeit in Schloss Freienwalde von der Walter-Rathenau-Gesellschaft und der Rosa-Luxemburg-Stiftung gezeigte Ausstellung.

Diese wurde von der Assoziation „Kinder des Holocaust“ in Polen gemeinsam mit dem Warschauer Büro der Rosa- Luxemburg-Stiftung erarbeitet und erzählt anhand von 15 Einzelschicksalen beispielhaft die Geschichte von etwa 5000 jüdischen Kindern, die von ihren Eltern während der Nazi- Herrschaft in die Obhut polnischer Paare gegeben wurden mit der Bitte und in der Hoffnung, ihnen so das Überleben zu sichern.

Der Verband „Kinder des Holocaust“ ist eine weltweite Organisation, in der sich die vor der NS – Verfolgung geretteten Kinder zusammenfanden. Fast alle erfuhren erst als Erwachsene von ihrer wahren Herkunft. Die Spurensuche nach der eigenen verlorenen Identität brachte fast immer auch die traurige Gewissheit, der nationalsozialistischen Hölle als einziges Familienmitglied lebend entkommen zu sein.

Frau Dr. Nakath wird von der bedrohlichen Lebenssituation der jüdischen Bevölkerung in Brandenburg unter der NS - Diktatur, ihrer Verfolgung und auch Deportation ins Warschauer Ghetto berichten.
Herr Dr. Politt wird die katastrophalen Zustände im Warschauer Ghetto beschreiben, in dem zuletzt auch viele der in der Ausstellung vorgestellten Kinder und ihre jüdischen Eltern
leben mussten. Er wird auch von den polnischen Eltern berichten, die trotz aller Gefahren jüdische Kinder aufnahmen, und sie so vor dem sicheren Tod in den Vernichtungslagern retteten.

Dr. Politt wird zudem auf die aktuellen erinnerungspolitischen Debatten in Polen eingehen.

Maximilian Bihn

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